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Vom Brotbrei zur Großbrauerei
Samstag, 5. März 2016
Quelle: TECHNOSEU

Sonderausstellung „Bier. Braukunst und 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot“ vom 19. Februar bis zum 24. Juli im TECHNOSEUM in Mannheim

Ob Kräuter, Ochsengalle oder sogar Gips: Um den Geschmack schlecht gewordenen Bieres zu übertünchen, versetzten Brauer ihr Bier noch im Spätmittelalter mit den verschiedensten Stoffen. Berauschende Mittel wie Bilsenkraut verstärkten die Wirkung des Alkohols auf den Körper, und Erbsen und Bohnen ersetzten oftmals das teurere Getreide. Am 23. April 1516 wurde dies schließlich gesetzlich verboten: An diesem Tag wurde im Rahmen einer bayerischen Landesordnung das Reinheitsgebot für Bier erlassen, demzufolge Bier lediglich Wasser, Hopfen sowie zu Malz veredelte Gerste enthalten dürfe. Später wurde diese Regelung auf ganz Deutschland ausgeweitet, sie ist damit das älteste noch heute gültige Lebensmittelgesetz. Zum 500-jährigen Jubiläum zeigt das TECHNOSEUM in Mannheim deshalb vom 19. Februar bis zum 24. Juli 2016 die Sonderausstellung „Bier. Braukunst und 500 Jahre deutsches Reinheitsgebot“.

„Die 189 Brauereien in Baden-Württemberg – von Kleinstbrauereien bis zu großen Mittelständlern – brauen handwerklich extrem gutes Bier“, so Hans-Walter Janitz, Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Brauerbundes. „Neben dem Prinzip Klasse statt Masse sind es die meisten Biersorten aller Bundesländer, die Baden-Württembergs Brauwirtschaft so stark machen. Diese regionale Biervielfalt liegt uns am Herzen, weshalb wir die Ausstellung in Mannheim gerne fördern.“ Neben Regional- und Lokalgeschichte zeigt die Schau im TECHNOSEUM auch, wie sich Technik-, Sozial- und Kulturgeschichte beim Thema Bier miteinander verschränken: „Schließlich waren es bayerische Brauer, die dem Tüftler Carl Linde den Auftrag gaben, eine Kältemaschine zu konstruieren, mit der sich gärendes Bier kühlen ließ: der Vorläufer unserer heutigen Kühlschränke“, unterstreicht Projektleiterin Dr. Anne Mahn. Technische Innovationen wie der Kronkorken, der 1892 patentiert wurde, oder die Entwicklung der Dose hatten auch gesellschaftliche Auswirkungen, da sich durch sie die Trinkkultur von der Kneipe ins heimische Wohnzimmer verlagerte. Nicht zuletzt war Bierbrauen in früheren Zeiten vor allem Frauensache und ein Sudkessel oftmals fester Bestandteil der Mitgift – erst mit der Technisierung änderte sich dies. Neben Rausch, Sucht und Prävention beschäftigt sich die Ausstellung außerdem mit der Vermarktung des Bieres, bei der Lokalpatriotismus und Heimatgefühl im Mittelpunkt stehen – weshalb nicht zuletzt das Bier auch als Imagefaktor für das Selbstbild der Deutschen eine große Rolle spielt. „Bier ist ein Getränk, das jeder kennt. Gleichzeitig ist es heute oftmals das Produkt eines hoch technisierten Herstellungsprozesses“, so TECHNOSEUM-Direktor Prof. Dr. Hartwig Lüdtke. „Es ist damit als Thema wie geschaffen für eine vielseitige Ausstellung in einem Museum, das sich sowohl der Industrialisierung als auch der Alltagskultur widmet.“

Hier ist Bier nie aus

Die Ausstellung lädt mit über 300 Exponaten auf 800 Quadratmetern zu einer Zeitreise durch 4.000 Jahre Bierbrauen – angefangen beim Brotbrei der Sumerer über den Beginn der industriellen Herstellung im späten 19. Jahrhundert bis hin zum Craft-Beer-Trend in heutiger Zeit. „Die Besucherinnen und Besucher können sich über die historische Entwicklung ebenso informieren wie über Rohstoffe, die Bierherstellung und den Weg zum Konsumenten – deshalb lag es nahe, die Bierkiste als gestaltendes Element einzusetzen, ein Objekt, das sowohl der heute hochkomplexen Distribution eines Massenproduktes dient als auch beim Endkonsumenten bekannt ist“, erläutert Stefan Nowak von der Agentur nowakteufelknyrim, die die Ausstellungsarchitektur beisteuerte. Große Objekte wie eine Sudhaube, ein Stammwürzekühler, ein Verschneidbock, eine Abfüllanlage und eine Bierkutsche machen den Brauprozess und die Verteilung des Bieres nachvollziehbar. Diverse Brauereien wie Eichbaum in Mannheim, die Woinemer Hausbrauerei oder Rothaus aus dem Hochschwarzwald haben hierfür Leihgaben zur Verfügung gestellt. Die Besucherinnen und Besucher können auf Tablets virtuelles Bier brauen, Bierdeckel bedrucken oder an einer Hörstation Trinksprüchen aus aller Welt lauschen. TECHNOscouts zeigen die einzelnen Schritte im Brauprozess, indem sie eine Jodprobe auf Stärkereste durchführen und den Alkoholgehalt messen. Zwischendurch kann man an der Craft-Beer-Theke verweilen und einen Schluck Bier probieren – allerdings nur nach 14.00 Uhr und wenn man mindestens 16 Jahre alt ist: Denn auch der Umgang mit Alkohol sowie seine Kehrseiten sind wichtige Themen der Schau. So zeigen verschiedene Stationen, welche Auswirkungen Alkohol auf den Körper hat und wie sich die eigene Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss verändert.

Keine Durststrecke im Rahmenprogramm

Darüber hinaus bietet das Museum mit Vorträgen, Braukursen Bierverkostungen, Workshops und Führungen zahlreiche Blicke über den Braukesselrand: So referieren Experten im TECHNOSEUM unter anderem über die Kulturgeschichte des Bieres, über die Brau- und Getränketechnologie oder den Boom von Trachten und Traditionen im Zeichen des Oktoberfestes. Am Tag des Deutschen Bieres, dem 23. April, können die Besucherinnen und Besucher Bierkreationen von regionalen Braumeistern verkosten oder bei einem Sensorikseminar die Sinne schärfen. Immer freitags sowie an Sonn- und Feiertagen lädt das Museum um 14.00 Uhr zur öffentlichen Führung durch die Ausstellung, die im regulären Eintrittspreis inbegriffen ist. Außerdem werden After-Work-Führungen angeboten, bei denen auch ein Feierabendbierchen in der Arbeiterkneipe des Museums nicht fehlt – oder man nimmt an einer Führung am  17. März teil, dem St. Patrick’s Day: Dann nämlich steht der aktuelle Craft-Beer-Trend im Mittelpunkt der Führung. Und wer noch mehr  Interesse an Hopfen und Malz hat, kann die Katalogbroschüre erstehen (ISBN-Nr. 978-3-9808571-8-5, 10,00 Euro im Museumsshop): Auf 164 Seiten kann man die Geschichte des Bierbrauens noch einmal in Ruhe zu Hause nachlesen – am besten bei einem kühlen Pils, wahlweise auch alkoholfrei. 
 
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